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Technik 1x1

Technik 1x1: Geometrie

Die Geometrie des Motorrades wird durch viele Faktoren beeinflusst. Unter dem Begriff „Geometrie“ verstecken sich im Grunde diese Größen: Lenkkopfwinkel, Nachlauf und Radstand.

Referenz für den Nachlauf: Lenkachse/Achsmitte Vorderrad

Ein häufig gemachter Fehler ist der Wechsel von Reifenmarken während der Saison, oder auch in der neuen Saison, ohne sich mit den technischen Daten des Reifens zu befassen. Z.B. ist 180/60/17 der Reifenmarke A nicht gleich 180/60/17 der Reifenmarke B.

Ist das Gefühl für mein Motorrad perfekt sollte man sich alle relevanten Daten notieren, dazu gehören auch die Reifenabmessungen. Ein Unterschied von 7mm, im Durchmesser, zwischen den Reifenmarken ist nicht ungewöhnlich; Die Geometrie des Motorrades ändert sich gravierend!

Was auch beachtet werden sollte: Für welchen Anwendungsfall wird eine Geometrie erarbeitet, bzw. für welchen Fahrertyp. Die Geometrie eines Rennmotorrades unterscheidet sich im Normalfall von jener eines Straßenmotorrades. Rennmotorrad ist aber auch nicht gleich Rennmotorrad; Vergleicht man die Daten von einem Hobby- Racer Bike mit den Daten eines Profi- Bikes sind die Unterschiede gravierend. Ein Hobby- Racer hätte mit einem echten Race- Bike keine Freude!      

Wichtige Grunddaten mit denen man sich befassen sollte: Federbeinlänge, Gabelüberstand, Federraten, Federvorspannungen, Übersetzung/Radstand. Erst wenn die Rahmenbedingungen stimmen beschäftigt man sich mit dem Feintuning über die „Klicks“ der einstellbaren Komponenten.

Fazit: Es gibt nicht „DIE“ Geometrie. Je nach Fahrkönnen und Bedürfnisse können deutliche Unterschiede sichtbar werden.

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Technik 1x1: Federbeinservice

Ein Service der Gabel wird von vielen Bikern regelmäßig durchgeführt. Beim Federbein sieht es leider etwas anders aus. Das Federbein benötigt, so wie die Gabel, auch eine regelmäßige Wartung.

Das Hauptproblem neben Ölverlust am Federbein, ist der Druckverlust im Ausgleichsbehälter, oder im Dämpfer selbst (Je nach Bauart). Bauartabhängig befinden sich ca.5-15bar Stickstoff in den Ausgleichsbehältern.

Besonders bei Bladder-Ausführung (eine Blase trennt Öl und Gas) ist der Effekt des Druckverlustes eine häufige Ursache eines schlecht funktionierenden Dämpfers. Der Stickstoff entweicht durch die Blase in das Öl; Druckverlust und ein Aufschäumen des Öls ist die Folge. Das Dämpfungsverhalten leidet dadurch.

Aufgeschäumtes Öl im Dämpfer          Bladder im Ausgleichsbehälter / ausgebaut           Änderungen für Wartung

                             

Auch original Dämpfer lassen sich zu überschaubaren Kosten meist wieder reparieren. Durch Einbau eines Ventils zum Stickstofffüllen und einem neuen Dichtsatz lassen sich solche Dämpfer später auch leicht wieder warten!

Wenn möglich sollten Dämpfer immer mit einer Vakuumpumpe gefüllt werden. Das ist aber stark von der Bauart abhängig und nicht immer möglich.

 Fahrwerksprobleme werden oft an der Gabel gesucht; Möglicherweise kommen diese aber vom Federbein!

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Technik 1x1: Gabelservice

Das Problem einer undichten Gabel kennt fast jeder Motorradfahrer. Simmerringe sind Verschleißteile und müssen früher oder später gewechselt werden.

Der Tausch der Gabelsimmerringe stellt für den ambitionierten Hobby-Schrauber kein großes Problem dar. Genügt es aber das alte Öl raus zu leeren und die Simmerringe zu wechseln? Es gibt zwei Antwortmöglichkeiten:

 1.       Ja - wenn ich die Gabel vorübergehend wieder abdichten will, sonst aber keine Verbesserung erreichen möchte

 2.       Und jetzt die richtigere Antwort, Nein – Der Schmutz wird durch das Rausleeren des Öls nicht restlos aus der Gabel entfernt. Die Verbesserung der Gabelfunktion ist daher nur minimal!

Bei einem Gabelservice wird die Gabel komplett zerlegt und gründlich gereinigt. Nur so kann der gesamte Schmutz aus der Gabel entfernt werden. Möchte man die richtige Ölmenge wieder auffüllen kann man sich auch schnell verrennen. Teilweise verbleibt, je nach Bauart, sehr viel Restöl (bis zu 100ml) in der Gabel. Bei einer Füllmenge von z.B. 500ml pro Seite nicht unbedeutend. Also ist der Luftpolster die bessere Wahl beim Einstellen der richtigen Ölmenge. Voraussetzung für die richtige Menge an Öl ist das richtige entlüften der Gabel.

Nach einem professionellen Service sind nicht nur Öl, Ölstand und Simmerringe wieder in Ordnung, sondern auch die Funktion ist wieder so wie sie sein soll. Jeder geübte Motorradfahrer wird den Unterschied im Fahrverhalten bemerken. Verbesserungen können auch im selben Arbeitsgang durchgeführt werden.

Das Gabelservice ist mehr als nur Simmerringe und Öl erneuern, zusätzlich trägt es zu mehr Fahrvergnügen und Verkehrssicherheit bei! Spätestens alle 25.000km sollte ein Gabelservice durchgeführt werden; Im Rennstreckenbetrieb jährlich!

So weit muss zerlegt werden!               Schmutz der in der Gabel zurück bleibt!

                 

Das Gabelservice bildet die Grundlage bei allen Arbeiten an der Gabel. Egal ob Federntausch oder Simmeringwechsel. Es sollte immer durchgeführt werden!     

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Technik 1x1: Federn

Zuerst muss eines klargestellt werden; Die Federvorspannung hat keinen Einfluss auf die Federhärte, auch Federrate genannt; Eine Feder wird durch die Federvorspannung nicht in Ihrer Härte verändert!

Mit den Federvorspannungen wird der Schwerpunkt am Motorrad verändert. Eine schlechte Balance am Fahrzeug führt zu erhöhtem Reifenverschleiß und Haftungsverlust am Vorder- oder Hinterrad. Schlechtes Fahrverhalten ist die Folge. Leider kennen viele das Gefühl nicht, wie sich ein perfekt abgestimmtes Motorrad verhalten soll. Oft zeigt sich eine schlechte Schwerpunktlage an aufreißenden Reifen (Kann auch mal an der Reifenwahl liegen).

Die richtige Einstellung der Federvorspannungen ist daher sehr wichtig. Jede Änderung wirkt sich auf die Fahrwerksgeometrie aus!

Beispielbilder: Falsche Balance / Nach der Änderung

       Reifenbilder eines Metzeler Racetec RR K1

 

Nun etwas Theorie:

Die Formel zur Berechnung der Federrate:

 

G = Schubmodul [N/mm²]

d = Drahtdurchmesser [mm]

D = Mittlerer Federdurchmesser [mm]

n = Anzahl der Windungen

Der Techniker sieht beim ersten Blick auf die Formel, dass eine Feder mit doppelter Windungsanzahl nur die halbe Federrate haben kann! (Material, Feder- und Drahtdurchmesser gleich)

Wer schon einmal Supermoto oder Enduro Federn gesehen hat, dem ist bestimmt die Länge aufgefallen. Die Ursache liegt an der benötigten Federrate und natürlich dem notwendigen Federweg. Je mehr Windungen, desto geringer die Federrate. So lassen sich aus einer Feder mit einer Federrate von 4,5N/mm und einer Länge von 500mm zwei Federn mit 9,0N/mm und einer Länge von 250mm erzeugen!

Praktische Anwendung der Formel:

Welche Federraten sind verbaut? Anhand der oben erwähnten Formel kann die Federhärte berechnet werden.

Hier ein Vergleich von Messung und Berechnung:

Eine Gabelfeder wurde an einem Federtester gemessen; Ergebnis 9,25N/mm

Zum Vergleich die Berechnung:

 

Nun verdoppeln wir die Windungen:

 Wie erwartet halbiert sich die Federrate!

Aufgrund der auftretenden Lastzyklen altern auch die Federn. Ein Vergleich Ist- Solllänge ist zu empfehlen.

 

Ich hoffe meine kurze Erklärung zum Thema Federn hat Euch gefallen!